Die Begriffe „Trauma“ und „Traumatherapie“ sind seit einigen Jahren in aller Munde und werden inflationär gebraucht, sie sind „modern“. Schwieriges wird schnell als „Trauma“ bezeichnet. In der Psychotherapie kommt man um diesen Begriff nicht mehr herum, auch die modernen Diagnosemanuale tragen dem Rechnung.
Systemiker:innen haben sich lange fast ausschließlich mit der Kommunikation, dem Außen, dem System beschäftigt, stellten sich aus guten Gründen gegen Diagnosen und krankheitsspezifische Behandlungen. Psychotrauma ist hingegen zuerst ein innerpsychisches Geschehen, das durch ein reales unaushaltbares Erleben ausgelöst wurde. Erst in zweiter Linie hat das Erlebte Auswirkungen auf und Wechselwirkungen mit Beziehungen und Familien. Dieses Geschehen wird in seiner umfassenden und lebensverändernden Wirkung erst seit wenigen Jahrzehnten benannt und beforscht.
Aber was bedeutet das von einem systemischen Standpunkt aus betrachtet? Wie verstehen wir Systemiker:innen psychische Traumatisierungen? Wie integrieren wir sie in verschiedene Felder generierten Wissens rund um die Reaktionen des Menschen auf unaushaltbare Belastungen? Wie arbeiten wir am besten mit den betroffenen Menschen und Familien?
Themen werden sein:
- Aktuelles Grundwissen rund um Trauma und Traumafolgestörungen
- Implikationen für die psychotherapeutische Arbeit – Do´s and Don´ts
- Konzeption einer spezifisch systemischen Arbeit mit Betroffenen
- Methoden und Interventionen
Anhand praktischer Fallarbeit werden vielfältige Ideen und Vorgehensweisen nutzbar und anwendbar gemacht. Dieses Seminar soll auch die Sorge nehmen, dass Therapeut:innen ohne spezifische Weiterbildung nicht mit Betroffenen arbeiten könnten.
Kosten:
€ 215,- für ÖAS-Student:innen
€ 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder der ÖAS
15 Einheiten (à 45 min) Fr 17.00 – 21.00 Uhr, Sa 9.00 – 18.30 Uhr
Referentin: Mag.ª Johanna Schwetz-Würth
Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie), Trauma- und EMDR Therapeutin, Supervisorin, Lehrtherapeutin der ÖAS