Die queer-feministische Arbeitsgruppe der ÖAS feiert in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen – und lädt aus diesem Anlass zum ersten ÖAS-Fachtag “Systemischer Dialograum” ein.
Unter dem Titel Intersektionalität und (Systemische) Psychotherapie widmen wir uns gemeinsam der Frage, wie Machtverhältnisse, Diskriminierung und soziale Ungleichheit in die psychotherapeutische Praxis und Ausbildung hineinwirken – und wie eine macht- und diskriminierungssensible systemische Arbeit aussehen kann.
Der Tag gliedert sich in vier thematische Blöcke zu Intersektionalität, Rassismus, Klassismus und Ableismus. Je zwei Referent:innen geben einen kurzen Input, im Anschluss laden wir zur offenen Diskussion ein.
Programm
Begrüßung: 9.00-9.15
Intersektionalität und Psychotherapie:
- 9.15-9.44: Susanne Lummerding - “Ain’t I …?”
- 9.45-10.15: Zehra Kaya - “Systemisch offen – intersektional geschärft? Perspektiven für eine intersektionale systemische Psychotherapieausbildung”
- 10.15-10.45: Diskussion
Rassismus:
- 11.00-11.30: Wir sind auch Wien - Parissima Taheri-Maynard & Farah Saad - “Rassismus und biopsychosoziale Gesundheit”
- 11.30-12.00: Elif Mazarweh - “Antimuslimischer Rassismus im therapeutischen Raum”
- 12.00-12.30: Diskussion
Mittagspause: 12.30-13.30
Klassismus:
- 13.30-14.00: Beatrice Frasl - Lesung “Patriarchale Belastungsstörung”
- 14.00-14.30: Claudia Tiapal - “Die Illusion des wertfreien Raums. Warum wir über Habitus, Klassismus und Intersektionalität in der Psychotherapie sprechen müssen.”
- 14.30-15.00: Diskussion
Ableismus:
- 15.15-15.45: Mirjam Hameter - “Cripping psychotherapy. Behinderung und Ableismus aus systemischer Perspektive”
- 15.45-16.15: Gerda Deutsch - “Subtile Dynamiken des Ableismus erkennen. Impulse für eine therapeutische Haltung und personale Begegnung”
- 16.15-16.45: Diskussion
Abschluss: 16.45-17.00
Für Verpflegung ist gesorgt. Im Anschluss an den Fachtag laden wir zum informellen Beisammensein und zum gemeinsamen Feiern des 20-jährigen Jubiläums der queer-feministischen AG ein.
Zu den Referentinnen:
Gerda Deutsch: Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Existenzanalyse, Traumatherapie Säuglings-, Kinder und Jugendlichenpsychotherapeutin in freier Praxis
Beatrice Frasl: Kulturwissenschafterin, freie Autorin, Podcasterin, Kolumnistin und Speakerin und gilt als eine der einflussreichsten feministischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. Seit 2018 produziert und moderiert sie den preisgekrönten Podcast „Große Töchter“, in dem sie in tiefgründigen Gesprächen feministische Themen beleuchtet. Zudem schreibt sie eine vielbeachtete feministische Kolumne in der Wiener Zeitung. Ihr Sachbuchdebüt „Patriarchale Belastungsstörung. Geschlecht, Klasse und Psyche“ (Haymon Verlag, 2022) untersucht psychische Gesundheit und Krankheit aus feministischer Perspektive. In ihrem zweiten Bestseller „Entromantisiert Euch! Ein Weckruf zur Abschaffung der Liebe“ (Haymon Verlag, 2025) richtet sie ihren kritischen Blick auf die romantische Liebe. Auf Social Media ist sie unter @fraufrasl aktiv
Mirjam Hameter, BA (sie/ihr): Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision (Systemische Therapie), Projektmitarbeiterin bei Missing Link der Caritas Wien; Studium der Kultur- und Sozialanthropologie und Global Studies in Wien, Graz, Berlin und Thessaloniki; Queer-feministischer anti-ableistischer Aktivismus
Zehra Kaya, BA (sie/ihr): Bildungswissenschaftlerin, Sozialpädagogin und Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision (Systemische Therapie). In ihrer wissenschaftlichen und praktischen Arbeit beschäftigt sie sich mit Themen rund um Intersektionalität, Diskriminierung, Privilegierung, Machtverhältnissen und soziale Ungerechtigkeit. Ihre Masterarbeit untersucht, wie das Konzept der Intersektionalität in die Systemische Psychotherapieausbildung verankert werden kann.
PD Dr. Susanne Lummerding: Media Studies | Coaching. Berlin/Wien. www.lummerding.at begleitet Wissensproduzent:innen und Forschungsorganisationen in Reflexions-/ Entscheidungs-/ Veränderungsprozessen mit Fokus auf Macht- und Diskriminierungsstrukturen. Sie ist Co-Autorin des „Mini-Handbuch Diversity“ (Beltz)
Elif Mazarweh: Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision (Systemische Therapie). Sie war als Religionspädagogin tätig und unterrichtet derzeit an einer islamischen Fachschule in Wien. Innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) leitete sie auf Bundesebene das Frauenreferat und die Gleichstellungsstelle und wirkte im Bereich Prävention und Deradikalisierung mit. In ihren unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten setzt sie sich mit Fragen von Religion, Geschlecht, gesellschaftlicher Teilhabe und antimuslimischem Rassismus auseinander.
Mag.a (FH) Claudia Tiapal: Psychotherapeutin (Systemische Therapie) und Sozialarbeiterin. Langjährige Erfahrung in der ambulanten Suchtarbeit als Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin, Prozessbegleiterin und psychosoziale Beraterin für Kinder, Jugendliche und Frauen die sexuelle Gewalt erlebt haben. Ehrenamtliche Tätigkeit als Bewährungshelferin in Wien, ehemalige Beraterin in der Familienplanungsstelle. Aktuell als Sozialarbeiterin und Beraterin beim Psychosozialen Dienst und Meduni-Wien im Projekt Hometreatment, sowie in eigener Praxis als Psychotherapeutin. Diverse Lehrtätigkeiten im psychosozialen Bereich. Mitglied der queer-feministischen Arbeitsgruppe der ÖAS
Co-Leitungen Wir sind auch Wien - Farah Saad B.A: B.A. M.A. M.A., Klinische Sozialarbeiterin und Politologin & Parissima Taheri M.A. M.Sc., Psychologin und psychosoziale Beraterin: Parissima Taheri und Farah Saad leiten gemeinsam Wir sind auch Wien, das Zentrum für rassismus- und diskriminierungskritische psychosoziale Gesundheit. In ihrer Arbeit verbinden sie Beratung, Supervision und Coaching mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit: Sie halten Vorträge, Keynotes und Workshops, publizieren und forschen zu psychosozialer Gesundheit im Kontext von Rassismus, Intersektionalität, Self- und Community-Care sowie Empowerment. Darüber hinaus sind sie als Lehrende für rassismuskritisches Arbeiten an der FH Campus Wien (Studiengang Soziale Arbeit) und an der Universität Wien (Masterstudium Psychologie, Masterstudiengang Internationale Entwicklung) tätig
