Forschung

Die ÖAS – Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien - versteht sich als aktive Wegbegleiterin und Förderin von Forschung in der systemischen Therapie-, Beratungs- und auch Theorielandschaft.

Die vereinseigene Ambulanz und die Fachzeitschrift „systeme", eine seit 1987 von der ÖAS herausgegebene interdisziplinäre Zeitschrift für systemtheoretisch orientierte Forschung und Praxis in Humanwissenschaften, macht Forschungsaktivität möglich und sichtbar. Von 2005 bis 2024 wurde die Zeitschrift gemeinsam mit dem deutschen Verband SG – Systemische Gesellschaft für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung e. V. veröffentlicht.

Kooperationen mit dem Bundesministerium und Universitäten in Österreich finden statt, um die Position der Psychotherapie als anerkannte Profession zu etablieren. Seit 2022 wird jährlich ein Forschungspreis zur Förderung von wissenschaftlichen Aktivitäten und Forschungsprojekten im systemischen Feld vergeben.

Laufend finden Praxisforschungsprojekte und auch wissenschaftliche Forschungs-Praktika in der institutseigenen Ambulanz im Ausbildungskontext statt. 

Aktuell wird ein Projekt zum Thema Grenzerfahrungen systemischer Psychotherapeut:innen gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden durchgeführt. Mit 2027 startet eine mehrjährige Studie zum Thema Essstörungen in Kooperation mit dem AKH Wien.

Projekte für den Forschungspreis einreichen:
Die ÖAS verfügt über ein gesondertes Budget für systemische Forschung. Die eingereichten Projekte werden intern von einer Fachjury gesichtet und hinsichtlich ihrer Förderbarkeit geprüft. Sollten Sie eine Idee für ein systemisches Forschungsprojekt einbringen möchten, kontaktieren Sie bitte Hr. Noah A. Artner, MA, MSc noah.artner(at)oeas.at

Forschungspreisträger:innen

2026

Am 01. Oktober fand die Verleihung des ÖAS-Forschungspreis 2026 im Rahmen des ÖAS-Herbstfestes in Wien statt. Die diesjährigen Empfängerinnen Stefanie Zimmermann, MSc und Mag.a Ulrike Amon-Glassl stellten in dem Zug ihre Projekte dem interessierten Publikum vor.
Stefanie Zimmermann untersucht mit ihrem Projekt, wie systemische Psychotherapeut:innen den Einfluss von positivem Gruppenzusammenhalt auf individuelle Veränderungsprozesse in institutionellen Gruppentherapien wahrnehmen und beschreiben. Dabei untersucht sie die Perspektive der Gruppenleiter:innen als konstitutiven Teil des beobachteten Systems. 

Ulli Amon-Glassl hingegen beschäftigt sich mit dem Thema der Systemischen Sexualtherapie für Personen im höheren Lebensalter. In ihrem Forschungsobjekt untersucht sie, wie die Sexualität von älteren Paaren in der systemischen Psychotherapie neu gedacht und gestaltet werden kann.

Mit Beginn 2027 sind die Projekte abgeschlossen und die finalen Ergebnisse werden an dieser Stelle als auch in den ÖAS-Medien veröffentlicht.

2025

Gut Ding benötigt bekanntlich eine Weile und so erhält das SFU-Ambulanzteam den ÖAS-Forschungspreis 2025, ein Jahr später als geplant, für das Projekt „Enttäuschungen in der Psychotherapie – Ein systemischer Blick auf Enttäuschungen bei Psychotherapeut:innen in Ausbildung unter Supervision“. Die Studie zeigt, dass Enttäuschungen in Ausbildung und Praxis häufig vorkommen – z. B. durch Therapieabbrüche, unrealistische Erwartungen oder Leistungsdruck – und bislang wenig erforscht wurden. Zugleich belegen die Ergebnisse, dass ein bewusster Umgang damit, etwa über Supervision, Reframing oder Lehrtherapie, sowohl die persönliche Resilienz stärkt als auch die Qualität professioneller Psychotherapie verbessern kann.

News: Forschungspreis 2025   Paper zur Studie

2023

Bereits zum zweiten Mal wurde der Forschungspreis vergeben, heuer konnte Dr.in Rosita Anna Ernst die Jury mit dem Forschungsprojekt "Wie systemisch arbeiten Systemiker:innen?" überzeugen. Die mixed-methods-Studie analysiert ausgewählte Therapie-Transkripte der ÖAS-Ambulanz. Unter Anwendung der Adhärenzskala (Hilzinger, Schweitzer et.al, 2016) wurden diese dann geratet und statistisch ausgewertet.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden 2024 im Rahmen der ÖAS Medien in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht. Außerdem wird es einen ÖAS Jour-fix dazu geben.

News: Forschungspreis 2023

2022

Die erstmalige Preisvergabe erging an Lena Holubowsky, MSc, Dr.in Jennifer Kernreiter, DSA Iris Kautz und Dr.in Anna Felnhofer, die ein eigenes Gruppentherapieangebot für Kinder entwickelt haben und dieses seitdem auch durchführen. In 10 Sitzungen lernen Kinder mit Autismusspektrumsstörung sozial und emotional kompetenter zu werden. Die Forschungsergebnisse dazu sind in der systeme-Ausgabe 02/22 nachzulesen.

News: Erster ÖAS-Forschungspreis vergeben

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Lehrtherapeut:innen Wien

Noah A. Artner, MA, MSc Lehrgangsleitung Supervision & Coaching, ÖAS-Forschungskoordinator

Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), integrativ-systemischer Supervisor (ÖVS), Weiterbildung in Säuglings-Kinder-Jugendlichen- und Hypnotherapie, Brainspotting & Fortbildung in Gruppenpsychoanalyse, Unternehmens- & Organisationsberater, psychosozialer Berater, Lehrsupervisor (ÖAS/ÖVS), Lehrtherapeut der ÖAS.


Früher Radio- & Fernsehjournalist und Moderator, danach im Personalwesen und in der Erwachsenenbildung tätig.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik in eigener Praxis, als Referent und für Organisationen tätig.

 

Auszug Publikationen:
Ernst, R.A.; Artner, N.A.(Hg) (2025) Vom Rand zur Mitte. Heidelberg: Carl Auer
 
Schigl, B.; Höfner, C.; Artner, N.; Eichinger, K.; Hoch, C.; Petzold, H. (2020): Supervision auf dem Prüfstand – Wirksamkeit, Forschung, Anwendungsfelder, Innovation. Berlin: Springer

Hett, T.F.; Artner, N.; Ernst, R.A. (Hg) (2014): Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen: Konzepte und Praxis für Beratung und Psychotherapie. Heidelberg: Carl Auer