Making Genders, Making Norms

Von der gesellschaftlichen Konstruktion zur therapeutischen Praxis

mit M. Mühl und E. Zika

Geschlecht ist nicht einfach da, es wird gemacht – im Alltag, in Sprache, in Institutionen, in Beziehungen - in Psychotherapien. Was Simone de Beauvoir mit „man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es" formulierte, ist heute unter dem Begriff „doing gender" fachlich ausbuchstabiert: Geschlecht entsteht fortlaufend im sozialen Handeln, und mit ihm entstehen auch die Normen, an denen wir es messen. Für die psychotherapeutische Praxis hat das konkrete Folgen.

Zunehmend kommen Menschen in die Praxis, deren Geschlechtsidentität sich nicht in binären Kategorien abbilden lässt, und die dabei auf Formulare, Fragen und Selbstverständlichkeiten stoßen, die von einer binären Norm ausgehen. Als systemische Familientherapeut:innen sind wir gewohnt, die Behandlung individuell anzupassen. Welches Wissen über die gesellschaftliche Herstellung von Geschlecht brauchen wir dafür? Wie wirken sich patriarchale Strukturen auf die Entwicklung von Geschlechterrollen und individuelles und kollektives Leiden aus? Und wenn Normen gemacht sind statt gegeben: was machen wir als Psychotherapeut:innen dann selbst mit – und aus – unseren eigenen Zuschreibungsmustern?

Theorie * Fallbeispiele * Übungen

Es werden 2 Personen angezeigt.

Beauftragte & Repräsentant:innen, Vorstand

Mag.a Michaela MühlObperson-Stellvertreterin & Kassierin

Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie), Lehrtherapeutin mit partieller Lehrbefugnis, Zertifizierung Psychotherapie mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, Supervisorin und Coach. Traumatherapeutische körperbezogene Ausbildungen (Somatic Experiencing, Brainspotting), tiergestützte Therapie mit Hündin Zoe. Langjährige Tätigkeit in der mobilen Familientherapie, seit 2004 in eigener psychotherapeutischer Praxis, seit 2006 Mitglied der queer-feministischen Arbeitsgruppe in der ÖAS.  Erfahrung in der Arbeit mit komplexen Familiensystemen und mit belastenden, sowie auch nicht-normativen Lebens-, Gefühls- und Wahrnehmungswelten.

Lehrtherapeut:innen Wien, Vorstand

Erik ZikaObperson

Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), Lebens- und Sozialberater, Coach, Supervisor. Weiterbildung in Klinischer Hypnose nach Milton H. Erickson (MEGA). 20 Jahre Erfahrung in der ambulanten, akzeptanzorientierten Suchthilfe, einige Jahre in einer Familienberatungsstelle. Langjährige Unterrichtstätigkeit. Seit 2005 in der Praxisgemeinschaft Lösungsraum und seit 2018 Mitarbeit in der Lehrambulanz der ÖAS.
Arbeitsschwerpunkte: Unterstützung von Menschen, die unter unangenehmen oder belastenden Gefühlen leiden (z.B. Ängste, Traurigkeit,…); die ihren Drogenkonsum verändern wollen; die an ihrer Beziehung zu anderen und/oder zu sich selbst arbeiten möchten; die nicht-normative Identitäten und Beziehungsformen leben.