Identitätspolitik basiert auf der Prämisse einer klaren Trennung zwischen Wir und den Anderen, die in Zeiten allgemeiner Verunsicherung und politischer Turbulenzen instrumentalisiert werden kann. Sie ist unweigerlich präsent in psychotherapeutischen Settings und prägt die Wahrnehmung der Klient:innen wie Therapeut:innen. Identitätspolitik reduziert, sie verschließt sich gegenüber einem Denken außerhalb und unterhalb einer binären Logik. In diesem Seminar machen wir uns auf die Suche nach Möglichkeiten, die die Haltung des „entweder…und“ für die therapeutische Praxis eröffnet, indem sie Differenz und Kontinuität, also den Unterschied und gleichzeitig das Verbindende, ins Zentrum rückt.
Anette Baldauf ist Lehrende, Autorin und Forscherin: sie ist Co-Direktorin des PhD in Practice Programms der Akademie der bildenden Künste Wien.
Susanne Klingan: Psychotherapeutin (SF), Lehrtherapeutin der ÖAS
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"Entweder..und" - Identitätspolitik und Psychotherapie

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Mag.a Susanne Klingan
Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie), Diplomstudium Pädagogik u. Sonder- und Heilpädagogik;
7 Jahre in der aufsuchenden Familienarbeit in Niederösterreich tätig, seit 2005 am Institut für Paar- und Familientherapie beschäftigt; Lehrtherapeutin in der ÖAS seit 2009
In Therapiegesprächen möchte ich Erzählungen fördern, die Menschen damit in Verbindung bringen, was ihnen wichtig ist im Leben. Marginalisiertes kann so sichtbar werden, unterbrochene Dialoge können wieder aufgenommen werden. Gesellschaftliche Diskurse haben reale Effekte auf unser Leben und spiegeln sich in therapeutischen Gesprächen wider. Diesen Diskursen Raum zu geben und ihre Bedeutung für Klient*innen zu reflektieren, ist mir daher ein Anliegen.