Die narrative Therapie ist ein Ansatz, der von Wertschätzung und Ressourcenorientierung geprägt ist. Der narrative Ansatz besagt, dass Menschen dazu neigen, ihr Leben in Form von Geschichten zu verstehen und zu strukturieren. In der therapeutischen Arbeit wird die Geschichte eines Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen könnte dieser Ansatz viele kreative Möglichkeiten bieten, um schwierige Themen – zum Beispiel Angst, Kontrolle oder das Körperbild – zu besprechen und gemeinsam neue Wege zu finden. Probleme wie Magersucht oder Angststörungen werden dabei nicht als feste Eigenschaften eines Menschen verstanden, sondern als dominante Erzählungen, die das Leben stark beeinflussen. Dieser Ansatz könnte insbesondere für Kinder und Jugendliche von Vorteil sein, da er es ihnen ermöglicht, problembehaftete Geschichten zu hinterfragen und stattdessen stärkende Narrative zu entwickeln.
In diesem Seminar lernen die Teilnehmenden die Grundprinzipien und Werkzeuge der narrativen Therapie kennen, speziell zugeschnitten auf die wertvolle Arbeit mit jungen Klient*innen. Anhand von Beispielen aus dem echten Leben und kreativen Methoden (wie zum Beispiel Externalisierung, therapeutisches Schreiben und metaphorische Arbeit) wird gezeigt, wie Kinder und Jugendliche dazu ermutigt werden können, neue, Erzählungen über sich selbst und ihr Leben zu entwickeln.
Ziele des Seminars:
- Einführung in die theoretischen Grundlagen der narrativen Therapie
- Entwicklung konkreter Handlungskompetenzen im therapeutischen Gespräch
- Kennenlernen kreativer, altersgerechter Methoden zur Externalisierung und Re-Autorisierung von Problemen
- Reflexion eigener Haltungen in der Arbeit mit jungen Menschen