Trotz aller Selbstabgrenzung des Menschen als das vom Tier grundsätzlich und fundamental verschiedene Lebewesen: Die Biologie ist unausrottbar. Die Missachtung und Verleugnung der animalischen Basis führt auch zur Missachtung und Verleugnung fundamentaler natürlicher Bedürfnisse und zu zahlreichen Missverständnissen im Umgang miteinander und mit sich selbst.
Die Biologie ist onmipräsent: wenn wir kleine Kinder und Kuscheltiere wegen des "Kindchenschemas" süß finden, wenn wir unsere Art des Schema "fight or flight" leben, wenn körperliche Reaktionen (oft ignoriert) darauf hinweisen, daß eine Situation "etwas mit einem macht" und darum vielleicht nicht übergangen werden sollte...
Bei Menschen sind diese Faktoren oft kulturell überlagert und daher nicht sofort in ihrem Wesen zu erkennen, aber sie sind präsent und (aufgrund der biologischen Basis) wesentlich. Wir experimentieren mit ethologischen Beobachtungsperspektiven und Beschreibungsformen mit dem Ziel, das "Tier", das sich auf diese Weise in uns entdecken lässt, zu bemerken und eigene Bedürfnisse bzw. Impulse, die damit in Zusammenhang stehen, besser zu begreifen.
Referentin: Dr. Sabine Klar
unter Mitarbeit des Philosophen Franz Reithmayr