In einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät - ganz gleich ob “real” oder nur (aufgrund der Selektivität von Nachrichten und Berichten) medial-hypnotisch eingebildet - sucht der moderne Mensch v.a. nach Halt, Bindung und Struktur. Dies boten ihm ursprünglich die „systemische Dichte“ der Gemeinschaft und die Rituale. Von beidem haben wir zunehmend weniger zur konkret erfahrbaren Verfügung. Dies gilt umso mehr, wenn man digitale Verbundenheit abzieht und als “Rituale” nur solche (im ursprünglichen, sakralen Sinne) gelten lässt, die den Menschen tief in seinem inneren Wesen berühren, und nicht irgendwelche profanen Alltagshandlungen meint.
Prof. Gerald Hüther verwies bereits darauf, dass der archaische Mensch massenhaft rituelle Strukturen besessen hat und in Folge dessen weniger unter psychischen Erkrankungen gelitten habe und dass dies beim heutigen Menschen hingegen genau umgekehrt sei: wenige Rituale und massenhaft psychische Probleme. In einer Welt, die nun immer mehr bedrohlich erscheint oder zumindest so inszeniert wird (Klimakrise, Unwetter, Unglücke, Katastrophen, Währungskrisen, Wirtschaftskrisen, Epidemien, Kriege, Handelskriege, Terror und die beinahe alltäglich gewordenen Unfälle und Übergriffe im öffentlichen urbanen Raum etc.), sucht der Mensch nach Halt, welchen er oftmals nicht im „Horizontalen“ findet. Dies wiederum treibt viele Menschen in die Hände von seichten Esoterikern oder selbstverklärten Gurus und dubiosen Gemeinschaften. Viele fühlen sich daher wie gefangen und außer Stande, sichere Räume für zunehmend notwendigere Erfahrungen auf der “vertikalen Achse” – also der transpersonalen Dimension des Menschseins (William James) – zu finden.
Krisenhafte Zustände fördern den unregulierten Zugang zu den damit verbundenen – dysregulierenden – „Qualitäten“ jedoch enorm, woraus sich freilich ein Teufelskreis ergeben kann. Viele versuchen daher, sich stringent in die Ratio zu flüchten, oder stürzen sich in betäubende Drogen bzw. in ungute/ illegale Settings mit bewusstseinserweiternden Substanzen und erleiden auf dem ein oder anderen Weg früher oder später Schiffbruch. Was diese Menschen daher instinktiv suchen – und das ist meine Erfahrung aus unzähligen Einzelsitzungen, Workshops und Vorträgen – ist ein natürlicher, körpereigener und ventro-vagal sicherer Erfahrungsweg. Ein Weg, welcher den Zugang zu eben dieser Dimension wieder eröffnet und dabei den aktiven Vagusnerv mit einbezieht. Dabei ist eine holistische Sichtweise auf das „System Mensch“ wozu auch der trans-personale, trans-generative und kollektive Bereich sowie jener des individuellen autonomen Nervensystems gehört, entscheidend. Hierzu möchte Ihnen Jörg Fuhrmann einige Impulse und Einsichten mit auf den Weg geben.
Zum Referenten: Jörg Fuhrmann leitet das freiraum-Institut am Bodensee und ist ein vielgereister und vielseitig geschulter Therapeut (Gestalttherapie/ Hypnotherapie/ Hypno-Systemik/ Transpersonale Psychologie/ SOMA/ NARM/ SE/ TRE etc.), Supervisor und Trainer. Er lernte u.a. bei Willigis Jäger, Prof. Stanislav Grof, Dr. Claudio Naranjo, Dr. Peter Levine, Dr. Giorgio Nardone, Dr. Gunther Schmidt). Sein Fokus liegt dabei auf der holistischen und polyvagalen Betrachtung des Menschen und seiner inneren Dynamiken. Dies spiegelt sich in seinem holistischen Ansatz der Transpersonalen Prozessarbeit & des Hypnagogen Atmens sowie der individuellen Selbstermächtigung ("SELF-emPower"). Er ist von Dr. Richard Harte international zertifizierter Hypnose-Trainer des NGH-Verbandes, war im Vorstand des europäischen Dachverbandes für Transpersonale Psychologie (EUROTAS), lehrte an diversen Hochschulen und offerierte seine Trainings an anerkannten Ausbildungszentren (u.a. Spiraldynamik, Benediktushof, IAK, Zist) und ist seit Jahren als Speaker auf internationalen Fachkongressen (u.a. Unesco, Sorbonne, WCP, CICA, WPA, Weltkongress-Ganzheitsmedizin, Salzburger-Gesundheitstage) tätig. Freiraum-Institut Schweiz: www.freiraum-institut.ch Alle Links: https://linktr.ee/fuhrmannZurFreiheit